Wernigerode       Halberstadt       Quedlinburg

Eigenbetrieb des Landkreises Harz

Geschichte

In Folge der Kreisgebietsreform wurde die Kreismusikschule Harz am 01.08.2008 aus den Standorten Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt gegründet. Alle drei Unterrichtsorte können mit einer langen und reichhaltigen Tradition des Musikschulunterrichts aufwarten.

Halberstadt
Bis 1990 hatte Halberstadt keine selbständige Musikschule. Stets gab es nur eine Außenstelle der Musikschule Wernigerode. Diese war in den Räumen der ehemaligen „Salvator Allende “- Schule am Paulsplan untergebracht. Etwa 80 SchülerInnen wurden vorwiegend im Fach Klavier bzw. auf Streichinstrumenten ausgebildet. Die Halberstädter Kreismusikschule als selbstständige Einrichtung, wurde von der Bürgerinitiative „Neues Forum“, den Musikschullehrern der Außenstelle Halberstadt und den Lehrkräften des Musikunterrichtskabinett (MUK ) - Harmoniestraße 17- ins Leben gerufen. Auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude fand man das „Haus der Jugend“ in der Südstraße 35. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde am 1.10.1990 die Kreismusikschule, als Abteilung der Volkshochschule, in ihrem neuen Domizil eingeweiht. Die Arbeit beginnt mit 12 hauptamtlichen und 4 freien Mitarbeitern. Gerd Hartung wurde der erste Schulleiter. 270 SchülerInnen erhielten Unterricht . Bereits im Februar 1991 erweitert sich das Ausbildungsangebot um die Fächer „Instrumentalspiel für Kindergärtnerinnen“ und „Musikalische Früherziehung“. in Einrichtungen der Stadt und des Landkreises. 380 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind nun bereits Schüler. Die Kreismusikschule wird eine eigenständige Einrichtung des Landkreises. Neue Leiterin ab September 1991 ist Frau Heidemarie Peterhänsel. Der Unterricht in der Außenstelle Dardesheim wird aufgenommen. Schwerpunkt dort ist die Bläserausbildung für das Stadtorchester Dardesheim. 9 hauptamtliche und 23 freie Mitarbeiter unterrichten 530 Schüler. Im April 1992 gründet sich der Verein „Eltern und Freunde der Kreismusikschule Halberstadt“. Dieser versteht sich als Bindeglied zwischen Schülern, Eltern, Lehrkräften und dem Träger. Musikalische Behindertenarbeit, Ensemblespiel und Musiktheorie werden Bestandteil des Ausbildungsangebots. Zwischen 1993-2004 gibt es eine kleine Außenstelle in Dedeleben. Die Außenstelle Osterwieck mit Angeboten für Gitarre, Klavier und Keyboardunterricht entsteht 1998 im neuen „Fallstein Gymnasium“ . Bis zum Jahr 2000 entwickeln sich die Schülerzahlen auf fast 600 Schüler, die durch 9 hauptamtliche und 28 freie Mitarbeiter unterrichtet werden. Im Jahr 2001 übernehmen Karin Hufeland die pädagogische Leitung und Christian Martin Zürn die Verwaltungsleitung der Einrichtung. Neu im Ausbildungsprogramm ist der Musikgarten. Bis zur Fusion zur Kreismusikschule Harz am 01.08.2008 werden 550 Schüler im Alter von 18 Monaten bis zum Erwachsenenalter durch 6 hauptamtliche und 25 freie Mitarbeiter in 330 Wochenstunden unterrichtet. Die SchülerInnen der Kreismusikschule Halberstadt treten jedes Jahr bei ca. 100 Veranstaltungen auf. Besondere Höhepunkte waren u.a. Auftritte bei den Altstadtfesten, 1999 beim „Sachsen - Anhalt - Tag“ , oder beim Kreisfusionsfest am 01.07.2007 in Halberstadt. Auch die „Tage der offenen Tür“, Kinderfeste und Lehrerkonzerte finden großen Zuspruch. Zahlreiche Ausstellungseröffnungen, musikalische Umrahmungen bei Seniorenveranstaltungen, Mitwirkung bei Schulveranstaltungen sind ebenfalls nicht wegzudenken. Jährlich werden auch eigene Konzerte für wohltätige Zwecke veranstaltet ( u.a. für UNICEF oder die „Harzer Tafel“). Die Musikschule übernimmt die Ausbildung des Nachwuchses für des Stadtorchesters Dardesheim e.V. und einen Teil der Ausbildung der Instrumentalschüler für das Jugendblasorchesters Halberstädter e.V.. Beide Orchester konnten sich bei Landes- und Deutschen Meisterschaften des Blasmusikverbandes in den letzten Jahren mehrfach die Landesmeister- bzw. Bundesmeistertitel erspielen. Ebenso erreichten einzelne Instrumental- und Gesangsschüler/Innen. z.B. bei „Jugend musiziert“ , dem Oscherslebener Akkordeon- und Gitarrenwettbewerb oder dem „Carl Schröter “- Wettbewerb- Sonderhausen gute und sehr gute Platzierungen. Instrumentenausstellungen des Musikethnologen Rolf Irle aus Garbsen in den Jahren 1997 und 1999 runden die vielfältige Arbeit ab. Weitere Höhepunkte in der Ausbildung sind die seit 2002 stattfindenden Musicaleinstudierungen: 2002 „Geisterstunde auf Schloss Eulenstein“, 2003 „Max und Moritz“, 2004 „Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs“, 2006 „Emil und die Detektive“, 2007 „Till Eulenspiegel“, 2008 „Knasterbax und Siebenschütz“, 2009 "Dash 4 Zoe", 2010 "Die chinesische Nachtigall" und 2011 "Leonardo und das magische Amulett". Stets werden diese Aufführungen vom Publikum mit großem Interesse aufgenommen und manch ein Musikschüler stellt sich nicht nur als Musiker, sondern auch als Gesangssolist, im Chor, als Bühnenbildner oder Requisiteur vor . Seit September 2004 beteiligt sich die Musikschule auch am Landesprojekt „Musisch- ästhetische Bildung in Schulen“ (Ganztagsschule „ Freiherr von Spiegel“). 2006 fand erstmalig ein Gemeinschaftskonzert mit Schülern der KMS Quedlinburg und Halberstadt sowie dem Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters statt. Dort hatten Instrumentalschüler die Möglichkeit, gemeinsam mit den Orchestermusikern Werke einzustudieren bzw. als Instrumental- oder Gesangssolist, Solowerke mit Orchesterbegleitung im Rahmen öffentlicher Konzerte vorzustellen. Weitere Konzerte folgten im Frühjahr 2007, 2008 und 2011. Zahlreiche Schüler der Halberstädter Musikschule singen im Extrachor des Theaters oder übernehmen auch kleine Rollen in Musiktheaterproduktionen. Neben der musikalischen Breitenausbildung entscheiden sich etwa 1/3 der Instrumental- und Gesangsschüler für die leistungsorientierte Ausbildung- das bedeutet, neben dem Instrumentalunterricht werden zusätzlich die Fächer Musiktheorie und Ensemblespiel belegt . Unabhängig davon nehmen alle Gesangs- und Instrumentalschüler jährlich an einem bewerteten Vorspiel bzw. die leistungsorientierten Schüler an einer Jahres- oder Abschlussprüfung teil. Vier Schüler legten seit Einführung der landesweiten öffentlichen Oberstufenabschlussprüfungen im Jahre 2003 diesen Leistungsnachweis ab. Mehrere Jugendliche erhalten jedes Jahr eine gezielte Landesförderung für eine spezielle Berufsvorbereitung bzw. für die Qualifizierung im Laienmusizieren.

Wernigerode
Im April 1954 wird die Musikschule als „Kreisvolksmusikschule Wernigerode“ gegründet. Mit dem erweiterten Angebot an Fächern – Tanz, Schauspiel und Bildender Kunst – wird der Name 1959 in „Volkskunstschule Wernigerode“ geändert. Drei Lehrkräfte unterrichten in verschiedenen Räumen allgemeinbildender Schulen. In der Zeit von 1955 – 1961 werden Stützpunkte in Ilsenburg, Blankenburg, Dardesheim, Halberstadt, Drübeck, Stapelburg, Abbenrode, Athenstedt, Deersheim, Veltheim, Rohrsheim, Zilly, Hessen und Sonnenburg eingerichtet. Fünf hauptamtliche und sieben nebenamtliche Lehrkräfte unterrichten etwa 250 Schüler. 1960 wird der Rat des Kreises Träger der Musikschule. 1961 beginnt schließlich unter dem Namen „Musikschule“ die gezielte Ausbildung vorwiegend auf Orchesterinstrumenten im Einzelunterricht und mit Prüfungspflicht. Ein Musikschulorchester wird aufgebaut. Zahlreiche Stützpunkte werden an Kulturhäuser und private Musikerzieher übergeben. Im September 1966 ziehen Lehrer und Schüler in die ehemalige Malzmühle in der Leninstraße 1a, heute Friedrichstraße. Dieses Gebäude ist bis heute das Zuhause der Musikschule in Wernigerode geblieben, seit 1986 mit neuem Namen „Andreas Werckmeister“. 1976 wird die neue Außenstelle Oschersleben aufgebaut, aus der schon 1980 eine eigenständige Musikschule entsteht. Bis 1981 ist Hans Zeiske Leiter der Musikschule, Herrmann Schmidt übernimmt dieses Amt bis 1982 kommisorisch. Von 1982 bis 1997 ist Hans Wilhelm Voigt Direktor der Kreismusikschule. 1984 erhält die Außenstelle Blankenburg ein erstes eigenes Gebäude in der Kuno-Riecke-Straße 12, 1995 zieht sie in die Harzstraße 2. 1985 wird in Hasselfelde ein Stützpunkt eröffnet, dieser ist von 1988 – 2000 als Musikunterrichtskabinett Hasselfelde eigenständig und seit 2000 wieder als Außenstelle zur Musikschule Wernigerode gehörig. Nach der Wende 1990 erfährt die Unterrichtsgestaltung der Musikschule Wernigerode, inzwischen Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e.V., wesentliche Veränderungen. Die Prüfungspflicht wird abgeschafft, ein neuer Schwerpunkt des Unterrichts wird das Gemeinschaftsmusizieren. Das Unterrichtsangebot wird erweitert. Halberstadt wird 1990 eine eigenständige Musikschule. 1992 wird ein Partnerschaftsvertrag mit der Musikschule St. Julien in Frankreich unterzeichnet. Matthias Weise wird 1997 Direktor der Kreismusikschule. Die Jazz/Rock/Pop Abteilung wird eingerichtet und hat seitdem viele eigenständige Konzerte. 1998 wird in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode ein Solistenprojekt „Zehn kleine Pianisten“ zu den israelischen Kulturtagen in Wernigerode aufgeführt. Dieses wurde 1999 in Hannover und 2000 in Bernburg wiederholt. Das Jugendkammerorchester nimmt 1998 erfolgreich am 5. europäischen Jugendmusikfestival in Barcelona teil. Ebenso verstärkt sich die erfolgreiche Konzerttätigkeit der Ensembles, vor allem des Blechbläserensembles und des Jugendkammerorchesters. Weit über die Landesgrenzen gehen die Reisen bis nach Frankreich, Spanien, Norwegen, Österreich, Ungarn, Tansania, Argentinien und in die USA. 1998 werden das Jugendkammerorchester und das Blechbläserensemble mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Wernigerode geehrt. Seit 2000 leitet Frau Ulrike Stumpf-Schilling die Kreismusikschule. 2006 ist Wernigerode Gastgeber der 14. Landesmusikschultage Sachsen-Anhalt. Zahlreiche Projekte, die ins Leben gerufen wurden, entwickelten sich zu einer guten Tradition und finden regelmäßig jedes Jahr statt. So z.B. die seit 1997 stattfindenden Gemeinschaftskonzerte mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode, das Sommerfest und die Projektwoche. 2001 startete das „musikalische Klassenzimmer“ zuerst in der Diesterweg Grundschule. Mit der Fusion der drei Landkreise Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode wurde auch für die Musikschule ein neues Kapitel in der Chronik aufgeschlagen. Wir hoffen, dass mit der Weiterführung erfolgreicher Traditionen und immer neuen Ideen für große und kleine Höhepunkte die „Kreismusikschule Harz“ Geschichte schreiben wird für unsere Schüler und die musikalische Landschaft des neuen Landkreises.

Quedlinburg
Die Vorgeschichte der Kreismusikschule begann kurz nach dem 2. Weltkrieg. Im Jahr 1945 zog Professor Dr . Kurt Johnen nach 40-jähriger erfolgreicher Tätigkeit in Berlin in das unzerstörte Quedlinburg und gründete zusammen mit seiner Frau aus eigenen Mitteln im Haus Grünhagen ein städtisches Musikkonservatorium, welches 1949 zum Landeskonservatorium Sachsen-Anhalt und 1952 zum staatlichen Konservatorium avancierte. Der Lehrkörper setzte sich aus bedeutenden Musikern und Musikwissenschaftlern zusammen. Hier wurden junge Menschen zu Berufsmusikern und Musikerziehern ausgebildet. Daneben wurden im Klassenunterricht Musiktheorie, Musikgeschichte, Gehörbildung und auch Fremdsprachen angeboten. Schon bald genoss das Konservatorium einen hervorragenden Ruf. Auch die relative Nähe zu Berlin war vorteilhaft: sie ermöglichte ein überregionales Wirken der Lehrkräfte und Schüler. So traten Quedlinburger Schüler bei Veranstaltungen wie zum Beispiel vom Volkschor der deutschen Volksbühne oder dem Konzert „Stunde der Musik“ 1952 in Berlin auf. Am 1. Januar des Jahres 1952 wurde die Volksmusikschule Quedlinburg gegründet. Diese sollte zunächst vor allem als Ausbildungsstätte für Laien – sowohl Kinder als auch Erwachsene - dienen und war - sozusagen als tragender Unterbau der musikalischen Ausbildung – an das Konservatorium angegliedert. Dabei fand der Unterricht am Anfang nicht nur in den gleichen Räumlichkeiten, im Grünhagenhaus am Quedlinburger Markt statt, es waren neben freiberuflichen Musikerziehern zum Teil auch die gleichen Lehrkräfte, die sowohl im Konservatorium als auch in der Volksmusikschule unterrichteten. Der erste Direktor der Musikschule wurde Herr Waldo Zimmer, zunächst Musikdirektor am Quedlinburger Theater. Sein Name war zugleich eng mit dem Quedlinburger Opernbetrieb und dem damaligen Intendanten Ulrich Velten verknüpft. Waldo Zimmer leitete die Musikschule bis 1965. Schon kurz nach der Gründung etablierte sich die Volksmusikschule und wurde fester Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt und des Landkreises Quedlinburg. Es wurde Unterricht „auf allen vorkommenden Instrumenten – Klavier, Violine, Cello, Flöte, Akkordeon, Klarinette, Blockflöte, Laute (Gitarre), Gesang u.a.m.“ einmal wöchentlich im Gruppen- und Einzelunterricht erteilt. Theorieunterricht und Unterricht auf den „Volksmusikinstrumenten – Blockflöte, Laute (Gitarre)“ erfolgte in Gruppen. Zuerst kommunal getragen, wurde die Musikschule, wie alle Musikschulen in der DDR, im Jahre 1955 mit der „Verordnung über die Volksmusikschulen“ dem Mi- nisterium für Volksbildung unterstellt. 1965 übernahm Ernst Kirchhoff die Leitung der Musikschule. Inzwischen hatte sich das Profil der Musikschullandschaft durch die Einführung von Lehrplänen und dem erklärten Ziel einer Berufs- und Studienvorbereitung wieder grundlegend gewandelt. In dieser Zeit, genauer gesagt im 20. Jubiläumsjahr 1972, hatte die Musikschule 310 Schüler, davon waren 294 im Einzelunterricht und 5 wurden zum Musikstudium geführt. Die Musikschule arbeitete auch damals immer intensiv mit anderen kulturellen Einrichtungen und Ensembles zusammen, so beispielsweise mit dem Staatlichen Orchester Quedlinburg, Sitz Thale oder dem Fritz-Prieß-Chor. Das Einzugsgebiet war nicht nur der Landkreis Quedlinburg mit seinen Außenstellen, sondern auch der Stützpunkt Aschersleben, aus dem später ein eigenständiges Musikunterrichtskabinett wurde. 1977 feierte die Musikschule im Rahmen einer Festwoche ihr 25-jähriges Jubiläum, mit einem Tag der offenen Tür und verschiedenen Konzerten, die u.a. im Zeichen der Beethoven-Ehrung standen. Zunächst seit 1975 als Stellvertreter, wurde nach dem Weggang Kirchhoffs an die Bezirksmusikschule Halle Erich Wagner im Jahre 1978 Direktor der Musikschule. Auch sein Wirken war eng mit der Arbeit der Städtischen Bühnen Quedlinburg verknüpft, an denen er zuvor als Dirigent wirkte. Herrn Wagners Initiative ist es zu verdanken, dass die Musikschule nicht länger namenlos bleiben sollte. Mitte der achtziger Jahre wurde über Monate hinweg über einen passenden Namensgeber diskutiert und im Anschluss daran Material gesammelt, musikwissenschaftlich geforscht, es wurden Vorträge gehalten und Werke aufführungspraktisch aufbereitet. Am 1. Juli 1987 war es dann endlich soweit: Im Schloss fand die feierliche Namensverleihung statt, die Musikschule erhielt den Namen „Johann Heinrich Rolle“. Vielfältige Veränderungen, auch in der Musikschule, brachten die 90er Jahre. So war 1991 in einem Zeitungsartikel zu lesen „Die Zeiten der strengen Lehrpläne sind vorbei“. Hatte die Musikschule 1990 noch 280 Schüler, waren es ein Jahr später trotz Gebührenerhöhung 360 und im Jahr 1992 schon 420 Kinder und Jugendliche, die das Angebot der Musikschule nutzten. Das wurde möglich durch die Einführung neuer Ausbildungsmodelle wie z. B. Unterricht in der Musikalischen Früherziehung, Gruppenunterricht und Kursangebote für Instrumente, die vorher nicht in der Musikschule zu finden waren, wie Keyboard und Saxophon. Die Musikschule öffnete sich zunehmend auch älteren Quereinsteigern, um das Laienmusizieren verstärkt zu fördern. Über die ehemalige innerdeutsche Grenze hinweg bestanden gute Kontakte zu den Jugendmusikschulen Hameln und Herfurt. 1991, im Mozart-Jahr, wurde mit großem Erfolg das Singspiel „Bastien und Bastienne“ in der Inszenierung von Gerd Gutwasser und unter der Leitung von Herrn Wagner aufgeführt. 1993 wurde Frau Heather Joy Jacobi Direktorin der Kreismusikschule. In der Zwischenzeit hatte die Kreismusikschule ihre Aktivitäten auf die Außenstellen Thale, Gernrode, Ballenstedt, Harzgerode und Königerode ausgedehnt. Es wurde ein sinfonisches Blasorchester gegründet, das mittlerweile unter dem Namen Little- BigBand in klassischer Big-Band-Besetzung auch überregionale Erfolge zu verzeichnen hat. Im Jahr 1994 wurden die Aufführungen der Kinderoper „Cinderella“ von P.M. Davies mit Begeisterung aufgenommen. In den 90-er Jahren nahm allerdings auch aufgrund allgemeiner Einsparungstendenzen in der öffentlichen Verwaltung die Anzahl der hauptamtlichen Kollegen ab. Freiwerdende Stellen konnten nicht wieder neu besetzt werden. Das hatte zur Folge, dass immer mehr Unterrichtsstunden von nebenamtlichen Honorarkräften gegeben wurden. Trotz einer erheblichen Gebührenerhöhung 1997, nach der die Kreismusikschule Quedlinburg zwischenzeitlich die höchsten Gebühren in Sachsen-Anhalt hatte, konnte die Zahl der Schüler, die zuvor schon bei über 600 gelegen hatte, an diesem Standort bei ca. 550 bis heute annähernd konstant gehalten werden. Im Jahr 2000 wurde Rüdiger Herrmann Direktor der Kreismusikschule. Neben der breitenmusikalischen Arbeit wird besonderer Stellenwert auf Ensemblespiel und Förderung begabter Schüler gelegt. So wurden das Fach Musiklehre und die studienvorbereitende Ausbildung verstärkt ausgebaut und gemeinsam mit dem Kollegium eine Prüfungsordnung erarbeitet. Ein Schülerstreichorchester probt wieder ebenso regelmäßig wie das Collegium musicum, in dem neben Laien auch Lehrkräfte und Schüler gemeinsam musizieren. Kooperationen, wie die mit der Marktschule Quedlinburg, im Rahmen eines landesweiten Modellprojektes „Kinder und Musik“ zeigen die gezielte Hinwendung zum musikalischen Nachwuchs an der Basis. Das Jahr 2002 stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums der Musikschule, das im Rahmen einer Festwoche im Mai mit einem umfangreichen Angebot an Veranstaltungen, Konzerten, Vorträgen, etc. begangen wurde. Die Werke des Namengebers der Musikschule Johann Heinrich Rolle standen gleichzeitig im Rahmen des Tages Mitteldeutscher Barockmusik in Konzerten unterschiedlichster Ensembles im Mittelpunkt. 2004 musste die Kreismusikschule ihre seit fast 60 Jahren angestammten Räumlichkeiten verlassen. Die im Zuge der Schulentwicklungsplanung freigewordene „Carl-Ritter-Schule“ in der Heiligegeiststraße 8 ist seitdem neue Heimstatt für den Musikschulunterricht in Quedlinburg. Nach der grundlegenden Sanierung des Gebäudes sind im Bildungshaus Carl Ritter nun Kreismusikschule, Kreisvolkshochschule und Kreisbibliothek unter einem Dach vereint.

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